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Aktuelles · 13.05.2016

BREXIT – bleibt die Büchse der Pandora geschlossen?

Am 23. Juni entscheiden sich die Briten, ob sie in der EU bleiben wollen – oder nicht. Die Folgen eines Abstimmungsergebnisses für den Austritt aus der EU sind in Gänze unabsehbar. Klar ist allerdings, welche Auswirkungen diese Entscheidung für den bislang freien Binnenmarkthandel, nicht nur für Unternehmen auf der Insel, sondern auch auf dem Kontinent haben würde: Es wäre vorbei damit! Das heißt, zurück zur Zollkontrolle, zurück zur Ausfuhrzollanmeldung, zurück zur Einfuhrzollanmeldung für Lieferungen nach und von Großbritannien aus und in die „restliche“ EU. Aber nicht nur das. Die britischen Unternehmen stünden im internationalen Handel plötzlich ohne bilaterale Handelsabkommen mit allen bisherigen EU - Präferenzländern da. Ade Zollfreiheit für den Export von präferenzbegünstigten britischen Ursprungswaren. Es droht also ein Rückfall in die Zeit vor der Verwirklichung des Vertrags von Maastricht zur Einrichtung eines freien Binnenmarkthandels.

Illustration: Stift

Wenn die Befürworter des Brexits meinen, Großbritannien würde auf die Schnelle die bestehenden EU -Abkommen durch eigene Abkommen ersetzen können, bauen sie unerfüllbare Luftschlösser auf. Mit Brüssel und über 40 weiteren Staaten oder Staatengruppen gleichzeitig Verhandlungen mit dem Ziel eines schnellen Abschlusses führen zu wollen, ist völlig unrealistisch. Aber von den Brexit – Befürwortern frisch behauptet, dass so etwas leicht machbar wäre, ist ja schließlich schon halb bewiesen. Oder will man für den Fall der Fälle mit der Umsetzung des Austrittsbeschlusses warten, bis in etlichen Jahren alle neuen Abkommen endlich unter Dach und Fach wären? Viele Briten mögen durchaus Vorbehalte gegen den Brüsseler Bürokratismus hegen. Ähnliche Überlegungen bestehen auch in vielen Mitgliedsstaaten auf dem Kontinent. Wer allerdings glaubt, eine eigene britische Unabhängigkeit mit einem Austritt aus der EU wieder zu gewinnen, irrt. Diese Wählerinnen und Wähler tragen mit dem Fernbleiben bei der Abstimmung oder ihrer Stimme für den Brexit vielmehr dazu bei, am Deckel der Büchse der Pandora zu rütteln.

Mit einem Austritt würde Großbritannien seinen Unternehmen und allen Unternehmen in den anderen EU – Mitgliedsstatten mit Geschäftsbeziehungen zu Großbritannien die bereits beseitigten Hindernisse für einen freien Warenverkehr kostenintensiv wieder aufbauen. Und die trägt der Endverbraucher. Ob sich das britische Wählervolk dessen bewusst ist, darf bezweifelt werden.

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